Montagsfrage #23: Weichzeichner in der Bildbearbeitung – Ein No-Go für Beautyblogger?

I need sunshine_Sonne 5 groß - Frühlingbunt

Lange habe ich keine Montagsfrage mehr beantwortet, das liegt natürlich nicht daran, dass die Themen nicht mehr interessant sind, die Uni hat mich einfach momentan massiv eingespannt und ich bin froh, wenn ich ab und zu ein bisschen Zeit für den Blog aufbringen kann.

Dieses Mal geht es bei Diana um ein sehr kontroverses Thema, das Retuschieren von Fotos:
Die meisten unter euch kennen das vielleicht: Man knipst ein Bild von einem Augen Make Up oder Look, bei dem man sich extra viel Mühe gemacht hat, um es später auf dem Blog online zu stellen. Also scheint super….wäre da nicht dieser doofe Pickel oder die kleinen Fältchen um die Augen, die sich um die tiefen Augenringe drapieren. Generell könnte der Teint frischer aussehen. Was also tun? Gibt man dem Drang nach Perfektionismus nach und greift zu Photoshop & Co. oder zeigt man seinen Lesern die „ungeschminkte“ Wahrheit. Und wie weit soll dieser Perfektionismus gehen? Darf kein Fältchen und keine Pore mehr zu erkennen sein, damit das Bild möglichst denen aus den Hochglanzmagazinen ähnelt oder lehnt ihr Weichzeichner generell ab und lasst eure Fotos so unbearbeitet und „natürlich“ wie möglich? Was steckt eurer Ansicht nach hinter dem Griff zum Weichzeichner? Ein ausgeprägter Hang zu ästhetischen Fotos oder vielleicht die Angst vor negativem Feedback, weil man nicht so perfekt ist wie die Models in den Zeitschriften oder andere Beautyblogger?

Um euch mal zu zeigen, was Bildbearbeitung alles kann, habe ich das wahrscheinlich einzige, komplett bearbeitete Foto von mir gesucht und euch mit dem Original zum Vergleich gestellt:

bildretouche

Ich glaube, ich muss nicht fragen, welches ihr besser findet. Hier finde ich allerdings auch, dass ein wenig Bearbeitung nicht schaden kann, gerade wenn man meine leicht unnatürliche Gesichtsfarbe auf dem Original betrachtet die wahrscheinlich der damals bescheidenen Beleuchtung geschuldet ist.

Ich habe eine zeitlang versucht, mich in die Bildbearbeitungskunst einweisen zu lassen, rote Äderchen im Auge korrigieren, Pickel und Muttermale wegretuschieren, Augenringe will sowieso niemand und eventuell sind da ja ein paar Brauenhaare die man beim Zupfen übersehen hat? Wer zu lange vor seinem eigenen Bild sitzt, findet immer noch eine Kleinigkeit die man verbessern kann.

Mir hat es nach ein paar Tagen gereicht und ich habe beschlossen, meine Bilder immer unbearbeitet auf den Blog zu stellen (abgesehen vom Weißabgleich etc.). Es ist für mich einfach viel zu viel Arbeit und deprimiert mich, habe ich es wirklich nötig, mich künstlich zu verbessern weil mir mein „echtes“ Ich nicht reicht?

Ich habe überhaupt kein Problem mit Bloggern die das anders sehen und Magazinansprüche an ihre Bilder haben, ich habe nur für mich entschieden, dass ihr mich hier so seht wie ich wirklich bin, mit Augenringen und allem was sonst noch dazugehört.

Für mich gibt es allerdings noch einen Unterschied zwischen der Retouche wie ihr sie auf meiner Collage oben seht und dem Weichzeichnerwahn. Wenn die Bloggerin nur noch aussieht wie eine Puppe und ich sie auf Events etc. überhaupt nicht erkenne, weil die perfekt retouchierte Frau nichts mehr mit der eigentlichen Bloggerin zu tun hat, ist mir das defintiv zu viel.

Ein Grund für mich, Blogs zu lesen und keine Hochglanzmagazine ist die Persönlichkeit der Blogszene. Es sind alles auch nur Menschen und man kann sich mit ihnen identifzieren – ganz im Gegenteil zu „perfekten“ Models.

Also zusammengefasst: Ich retouchiere nicht, finde es aber nicht schlimm, wenn andere Blogger das tun, man sollte sich nur ab und zu fragen, wieviel seines echten Ichs man wirklich wegretouchiert und ob man das wirklich so möchte.

Wie seht ihr das?

 

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5 Discussion to this post

  1. Wiebke sagt:

    Wow, der krasse Unterschied! Ich finde ja, dass unbearbeitete Bilder immer nur im Vergleich zu bearbeitenden „schrecklich“ sind. An sich stört es glaube einen selbst mehr, als die Leser :D Ich bearbeite auch kaum…

  2. Geri sagt:

    Man erkennt einen Unterschied, finde aber nicht, dass dein Bild starkt retuschiert ist. Da habe ich andere Bilder gesehen.
    Ich mache nach dem Weißabgleich normalerweise auch nichts, außer ich finde einen dicken Pickel oder das ein oder andere Häärchen unpassend. Ansonsten ist das für mich ein absolutes NO GO.

  3. Sooyoona sagt:

    Also bis zu einem gewissen Grad finde ich es okay. Zum Beispiel wenn man einen Pickel oder ein Staubkorn wegretouchiert oder aber kaputte Nagelhaut etwas weichzeichnet. Zu viel finde ich aber auch doof. Wir sind ja auch nur Menschen und es ist doch okay wenn man Ecken und Kanten hat. Ich passe meistens nur die Helligkeit etwas an wenn die Bilder zu dunkel geworden sind und zeichne meine Finger manchmal etwas weich, mag das nicht wenn die so ausgefranst sind. Ansonsten ist alles Natur pur XD
    Ich habe langsam sowieso das Gefühl dass auf vielen Blogs nur noch perfekte Fotos zu finden sind. Dabei komme ich mir echt vor als würde ich ein Hochglanzmagazin lesen und kein Blog…

    LG Sooyoona

  4. Diana sagt:

    Vielen lieben Dank nochmal für deine Teilnahme! Ich finde deinen Beitrag sehr ehrlich und er regt zum Nachdenken an. Zum einen bedarf es natürlich wirklich guter Kenntnisse in der Bildbearbeitung, damit das Ergebnis gut aussieht, und zum anderen muss man sich natürlich die Frage stellen, welches Bild möchte ich nach außen (auf meinem Blog) von mir zeigen. Das Ergebnis der Montagsfrage ist nun übrigens seit gestern online ;-)

  5. Stephi sagt:

    Danke für den tollen Beitrag. Ich wünschte es würde mehr mit deiner Meinung geben. Ich arbeite selber in einer Werbeagentur und manchmal hab ich das Gefühl, dass richtige Weichzeichner und sonstige Bildbearbeitungstools genutzt werden, um auch noch das kleinste blonde Härrchen von den Wangen zu retuschieren. Das muss doch nicht sein oder?
    Ich hab auch manchmal Augenringe. Klar wer nicht? Aber bei meinem Job bleibt das nicht aus. Weil die Arbeit hinterm Bildschirm sehr die Augen beansprucht..und wenns gar nicht mehr geht, nehm ich den Concealer Fit Me von Maybelline. Das ist aber echt die Ausnahme…

    Mach weiter so!

    Liebe Grüße Stephi

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